Es war einmal ein ERIch BAchem...

Zweifellos gehört die Wohnanhängertype PUCK zu den weltweit erfolgreichsten Modellen der Fahrzeugbranche. Möglicherweise ist dieser kleine kompakte und hervorragende Fahreigenschaften besitzende Caravan in dieser Kategorie der Freizeitfahrzeuge das erfolgreichste Modell überhaupt.

Der PUCK entstand 1957 bei der noch handwerklich arbeitenden Firma Alfons Hymer, Karosserie- und Fahrzeugbau in oberschwäbischen Bad Waldsee.

Seine Konstruktion geht auf die konzeptionelle Vorgabe von Herrn Dipl.-Ing. Erich Bachem zurück und auf die konstruktive Vorgabe von Herrn Dipl.-Ing. Erwin Hymer (Stahlrohr-Käfigbauweise). Nach diesen Vorgaben erarbeitete der damals noch sehr junge Konstrukteur Bernhard Jehne die Konstruktion, fertigte die Zeichnungen und die Stücklisten.

Für die Raumeinteilung stand das Vorkriegsmodell "Aero-Sport" Pate, das Bachem bereits 1937/38 entwicklet hatte und das beim bekannten Segelflugzeughersteller Wolf Hirth in Kirchheim/Teck (später Nabern) - einem Jugend- und Studienfreund Bachems - hergestellt wurde. Diese, in Sperrholzbauweise hergestellte Konstruktion, wurde von 1946 bis etwa 1959 in etwas veränderter Form als "Hirth Tramp" weitergebaut.

Eine wesentliche Vorgabe für die Entwicklung des PUCK 1957 war, dass das neue Modell so kompakt und so leicht sein musste, dass es von damals verbreiteten PKW-Typen wie dem Loyd Alexander, der BMW-Isetta, dem Goggomobil und natürlich dem VW-Käfer gezogen werden konnte. Hymer bestimmte die Stahlrohrkäfig-Konstruktion.

Es entstand der Typ "PUCK Luxus". Die Produktionsaufnahme am "Band" in einer ganz neuen Werkstätte war im Februar 1958. Für den Vertrieb gründete Bachem die Firma ERIBA und verwendete hiezu einen für ihn gebräuchlichen Rufnahmen, den seine Freunde in der Studentenzeit für ihn geprägt hatten.

Die vom "Aero-Sport" übernommene Raumkonzeption befriedigte nicht ganz, da diese - im Gegensatz zum wesentlich geräumigeren Vorgabetyp - zu einem ständigen Umbau von der Liegefläche zur Sitzgruppe - und umgekehrt - zwang. Schon 1959 machten sich Bachem und Hymer Gedanken, mit welchem Raumkonzept diese Schwäche zu beseitigen sei.

Nach dem frühen Tod von Bachem 1960 entstand der "PUCK Export". Bei einem um 10 cm verlängerten Aufbau hatte dieses Modell zwei längs angeordnete Sitzbänke, die sich sehr einfach zu Einzelbetten oder auch zur Liegefläche umgestalten ließen.

Ein stabiler Stahlrohrkäfig, außen mit Aluminiumblech, innen mit Kunststoff verkleidet, sorgt für Stabilität bei geringem Gewicht. Eine Styropor/Schaumstoff-Isolierung macht den PUCK winterfest. Durch den versenkbaren Tisch, die verschiebbaren Sitzflächen und Rückenlehnen steht eine ca. 1,90 m lange und über die ganze Wohnwagenbreite reichende Liegefläche zur Verfügung.

Das im Küchenbereich aufstellbare Hubdach ermöglicht es auch größeren Personen aufrecht zu stehen. Im Wagenbug sind meist die Gasflasche, der Frischwasserbehälter, die Spüle, sowie ein Zweiflammkocher untergebracht. Außerdem stehen ein Kleiderschrank und diverse Staufächer unter den Sitzbänken bzw. im Dachbereich zur Verfügung.

Die Ausführungen differieren allerdings von Fahrzeug zu Fahrzeug. Die ersten Baujahre (1956 - 1959) hatten weder Front- noch Heckscheibe, auch die Innenaufteilung unterschied sich von den späteren Baujahren. Ab dem Modelljahr 1959 zierte dann erstmals die geknickte Frontscheibe den Wagenbug. und seit 1961 hat der PUCK schließlich die "Rundumverglasung".

Anfangs ohne Bremse und mit der 8 Zoll "Schubkarren-Bereifung" ausgerüstet, gab es ihn später auch mit gebremsten Achsen diverser Hersteller und mit 10 Zoll - 13 Zoll Bereifung.

Seit Anfang der 70er Jahre wird der PUCK in leicht modifizierter Form von Eriba-France hergestellt.

Das Mobiliar und die Türverkleidung bestehen leider mittlerweile komplett aus Kunststoff. Die Fahrzeuge sind jetzt auch serienmäßig mit einer Isolierverglasung und Auflaufbremse ausgestattet.

 


Die Chronologie...

...der im Jahre 1956...
Das Vorbild - der Flugzeugbau, mit aerodynamischer Form, die entscheidende Vorteile beim schnellen Reisen brachte, mit verwindungsfestem Stahlrohrbau, heute noch das charakteristische Konstruktionsprinzip der Eriba-Touring-Caravans. 
Er entstand nebenher als Hobby .



1957

Doch als man sah, dass diese Sache gut war, begann 1957 die systematische Fertigung bei einem Unternehmen, das im Wagenbau bereits einen guten Namen hatte: Alfons Hymer in Bad Waldsee. Die Eriba-Fahrzeuge trugen so bekannte Namen wie "PUCK" ( 2,82 m Aufbaulänge) und "Faun-Standard" ( 3,40 m Aufbaulänge) und "Faun-Familie" ( 3,40 m Aufbaulänge) .

1958
Begann die Serienherstellung des Touring-Programms. Die Firma Hymer übernahm die Fabrikation und Herr Bachem gründete die Firma Eriba, die sich mit dem Vertrieb befasste. Es entstand der erste "Eriba-PUCK Luxus" .



1959

Stolz war man auf die erste größere Stückzahl als 355 Wagen gefertigt wurden.

1960
Verstarb Herr Bachem unerwartet und riss eine schmerzliche Lücke in das junge Unternehmen. Die Einzelfirma Eriba wurde in eine KG umgewandelt, Dipl.Ing. Armand Protzen führte als Geschäftsführer die Firma Eriba-Fahrzeugbau weiter. Die Aufwärtsentwicklung hielt an es entstand der um 10 cm verlängerte "PUCK - Export". Produktion 1960:455 Wagen.

1961
Bau der ersten Reisemobile auf Borward-Chassis. Nach dem Zusammenbruch der Firma Borgward stirbt die Reisemobilentwicklung mangels geeigneten Chassislieferanten.
 


1963

Eriba nimmt eine interessante, erfolgsversprechende Sonderstellung auf dem Wohnwagensektor ein: 852 Fahrzeuge sind das Ergebnis des Jahres 1963.

1966
Zum Zeitpunkt der Rekord-Produktion kamen neue Modelle. Unter dem Namen "Nova" wurde 1966 ein neuer Abschnitt in der Caravan-Entwicklung eingeleitet. Bei gleichem Konstruktionsprinzip mit dem verwindungsfestem Stahlrohr-Sicherheitsaufbau erhielten die Caravaner noch mehr Innenraum bei ebenfalls guten Fahreigenschaften, wenn sie bereit waren, auf Aerodynamik zu verzichten. Dann kam die Rezession 1967/68. Doch die Nachfrage blieb. Zuwachs in diesem Zeitraum: 4,8%.

1968
Während der Hochsaison im Frühjahr 1968 kam der Rückschlag: Ausgelöst durch einen winzigen Funken, verursacht durch elektrostatische Aufladung, brannte das Werk vollständig nieder. In provisorischen Fertigungsanlagen ging die Produktion mit geringen Stückzahlen weiter.



1
968
Schon nach kurzer Zeit entstanden die neuen Werksanlagen. Mit noch moderneren Maschinen und Arbeitsgeräten. Sehr viel rationeller konnte jetzt produziert werden. Der Anschluss an die Spitzengruppe deutscher Wohnwagen-Fabrikate wurde wieder hergestellt.

1970
Vorstellung neuer Modelle. Erstmalig gibt es Lieferzeiten. Trotz einer Fertigung von bis zu 20 Wagen pro Tag. Dieser überraschende Erfolg machte es notwendig, eine günstige Gelegenheit zur Kapazitätsausweitung zu nutzen: Die Produktion der Touring-Modelle ("Hubdachwagen-Programm") wurde am 1.Januar 1970 in ein neues Werk in Frankreich (Thann/Elsaß) verlegt. Im oberschwäbischen Bad Waldsee konzentriert sich die Fertigung auf die Nova-Baureihe.
 

 

Das war die Grundlage für den einmaligen und noch immer anhaltenden Modellerfolg der Wohnanhängertype ERIBA PUCK.

Der PUCK ist heute in allen Ländern der Erde anzutreffen. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre wurden einige Hundert PUCK mit "amerikanisierter" Innenausstattung in die USA geliefert. Der Typ PUCK zeichnet sich trotz ihrer sehr "kompakten" Maße durch einen großen Gebrauchsnutzen und durch viel Bequemlichkeit und der einmaligen Liebe zum Detail aus.

Das ist sicherlich ein maßgeblicher Grund für den einmaligen Erfolg und großen Erfolg dieses liebevollen Wegbegleiters...


...und noch immer ist kein Ende der kleinen Legende abzusehen....(www.hymer.com)